Luxemburg würdig vertreten
Tanzgruppe aus dem Großherzogtum bei Folkloriada in Mexiko  
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Die Ugda-Tänzer in Aktion beim Umzug in Zacatecas. (FOTO: UGDA)
 

Mexiko. In Zacatecas in Mexiko fand kürzlich die „Folkloriada 2016“ des CIOFF („International Council of Organizations of Folklore Festivals and Folk Arts“) statt. Auf Einladung der CIOFF-Sektion Mexiko hatten sich 50 auf traditionelle Tänze ihrer jeweiligen Länder spezialisierte Gruppen, zusätzlich zu mexikanischen Tanzgruppen, eingefunden. Darunter auch eine speziell von der Ugda aufgestellte Gruppe aus Luxemburg, die sich seit Juni 2015 vorbereitet hatte: Unter dem Titel „National ICH Project“ nahmen 21 Tänzer sowie eine vierköpfige Liveband an dieser „Folkloriada“ teil.

„ICH“ oder „PCI“ stehen als englisches oder französisches Kürzel für „Intangible Cultural Heritage“ bzw. „Patrimoine culturel intangible“, eine Definition, die von der Unesco für alle mündlich übertragenen Brauchtümer, Kunstformen, Tänze und Musik, aber auch Kunsthandwerk oder Kinderspiele, die riskieren, verloren zu gehen, geschaffen wurde. Dem Erhalt dieser Traditionen wird mehr und mehr Bedeutung zugemessen; CIOFF® ist einer der großen Partner der Unesco für diesen Erhalt.

In Luxemburg stellt die Ugda die lokale CIOFF-Antenne und bemühte sich, ein ICH- Projekt auf die Beine zu stellen, um neue Interessenten an die traditionellen luxemburgischen Tänze und Brauchtümer heranzuführen.

Dies ist denn auch insofern gelungen, als fast die gesamte Truppe nicht aus den existierenden Volkstanzgruppen kam, sondern zu 90 Prozent aus neuen Interessenten bestand. Und dies aus zehn verschiedenen Nationen. Diese Multikulturalität war denn auch ein Alleinstellungsmerkmal, das in Mexiko besonders auffiel. Beherrschte die Luxemburger Truppe doch fast alle gängigen Sprachen und konnte somit mit allen anwesenden Gruppen kommunizieren konnte.

Das Proben hatte sich gelohnt. Die Truppe des „Luxembourg National ICH Project“ bot in Mexiko solide Bühnenshows und fiel auch durch seine sauberen Musikarrangements auf, die ein Maximum an Klangfarben aus der kleinen Besetzung (Sopransaxofon, Klarinette, Akkordeon und Bass) holten. Auftritte fanden statt in Zacatecas, Nochislan, Trancoso, Queretaro und Mexico City. Immer wieder frisch motiviert durch das begeisterungsfähige mexikanische Publikum zeigte das Luxemburger Team Höchstleistungen, dem oft spontane Jam-Sessions folgten.

Das „Luxembourg National ICH Project“ war somit ein sowohl würdiger Darsteller Luxemburgs. Dies mit der Darstellung der traditionellen Tänze und Melodien.

Wer diese Projekt-Truppe selbst erleben will, kann dies am 4. September ab 14 Uhr beim Weiherfest in Steinfort. Das Projekt wird danach aufgelöst. Viele der Tänzer haben aber den Willen bekundet, sich bei den existierenden Tanzgruppen weiter zu engagieren. C.

Luxemburger Wort vom Donnerstag, 1. September 2016, Seite 27